Kardiologische Erkrankungen – ein Zeichen unserer Zeit

Laut der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Haupttodesursache in hochentwickelten Ländern. Arterielle Hypertonie ist beinahe eine Alltagskrankheit geworden und einen Herzinfarkt bekommen immer jüngere Menschen. Die Ursache dieses Problems liegt in einer immer größeren Entfremdung von der Natur:

  • Konsum hochverarbeiteter Lebensmitteln,
  • fehlende körperliche Betätigung,
  • Alkohol- und Zigarettenmissbrauch sowie
  • unregelmäßige Lebensweise.

 

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Eine gesunde Lebensweise kann uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Aber nicht nur die! Es wurde nachgewiesen, dass Herzinfarkt-Vorfälle sehr selten bei  Menschen, die in Hochlandgebieten leben, vorkommen (Majid E. und Mitverfasser 2011), obwohl ihre Diät oft weit davon abweicht, was man unter gesunden Lebensmitteln versteht. Es wurde mittels Beobachtungen festgestellt, dass kardioprotektive (herzschützende) Eigenschaften höchstwahrscheinlich dem Bergklima zu verdanken sind.

 

Nutzung der Hochgebirgsklimaeigenschaften bei Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Forschungen über Einwirkung der Höhenbedingungen wurden zuerst in Russland eingeleitet. Die russischen Forscher veröffentlichten mehrere wissenschaftliche Arbeiten, in denen positive Effekte der Einwirkung einer geringen Höhensauerstoffunterversorgung auf das Kreislaufsystem belegt wurden, obwohl die Aufmerksamkeit besonders auf das Atmungssystem gerichtet wurde (mehr Informationen dazu finden Sie im Abschnitt Asthma bronchiale).

Heutzutage werden in vielen Forschungszentren und –instituten weltweite Forschungen, die die Reizeinwirkung von Höhenbedingungen – die sich durch einen gesenkten Sauerstoffgehalt in der Luft auszeichnen – auf den Herzmuskel geführt, was zur Bestimmung eines Begriffs ‘Härtung durch Sauerstoffunterversorgung’ führt. Die Härtung des Herzens durch Sauerstoffunterversorgung besteht in Senkung des Sauerstoffgehalts in der Atmungsmischung. Dies löst eine komplizierte biochemische Reaktion aus, deren Grundlage u.a. eine erhöhte Expression von Genen, die bei einem Normalgehalt an Sauerstoff inaktiv sind. Um sämtliche Mechanismen besser nachvollziehen zu können, wird auf die Fachliteratur verwiesen.

 

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Medizinische Grundlagen

Im Herzmuskelbereich erfolgt beim Aufenthalt in Höhenbedingungen zuerst die Aktivierung von mitochondrialen ATP-abhängigen Kaliumkanälen (mitKATP). Dies führt zur Hyperpolarisation der Zellhaut, was wiederum eine geringere Kontraktilität bewirkt, wodurch Energie und Sauerstoff geschont werden. Die Leistung mitKATP hat also eine wesentliche Bedeutung zum Zeitpunkt, wenn es zu einem Kranzvorfall (Herzinfarkt) kommt. Der Herzmuskel hält dann dem Sauerstoffmangel wesentlich besser stand. Ein weiterer Mechanismus, der bei den sich wiederholenden Härtungssessionen aktiviert wird, ist die Generierung reaktiver Sauerstoffformen (RFT- bekannt auch unter dem Namen ‘freie Radikale’). Ihr Erscheinen stimuliert antioxidative Enzyme zur erhöhten Aktivität. Dank hoher Aktivität antioxidativer Enzyme kann sich der Herzmuskel erfolgreich gegen erhebliche Mengen freier Radikale (RFT) bei einem Herzinfarkt wehren. Reaktive Sauerstoffformen sind ein der herzmuskelschädigenden Hauptfaktoren, sowohl zum Zeitpunkt der Einstellung der Durchblutung durch das Koronargefäß, als auch nach dessen Kanalisierung. Ein weiterer Faktor, der den Herzmuskel unterstützt, ist eine erhöhte Aktivität des Hypoxie-induzierten Faktors (HIF). Es wurde nachgewiesen, dass eine erhöhte Aktivität im Herzmuskelbereich wesentlich mit einer geringeren Beschädigungsfläche nach der Reperfusion (Wiederherstellung der Blutzirkulation in einer verschlossenen Herzkranzschlagader) korreliert. Es wird dabei auch auf die Mitwirkung des Wachstumsfaktors vom Gefäßendothel hingewiesen, und präziser gesagt, auf seine Fähigkeit zur Stimulierung des Gefäßendothels zur Freisetzung von größeren als üblichen Stickstoffmonoxidmengen (NO). Ein größeres Stickstoffmonoxidgehalt bewirkt eine Erweiterung von Koronargefäßen, indem die Durchblutung von nicht völlig durchgängigen Gefäßen ermöglicht wird. Das Stickstoffmonoxid setzt zusätzlich den Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF) frei, der eine belegte kardioprotektive und regenerative Wirkung aufweist (Kolar F. und Mitverfasser 2004).

Es wurde auch an Tiermodellen nachgewiesen, dass der Aufenthalt unter Bedingungen vom gesenkten Sauerstoffgehalt vor Operationen/Eingriffen am Herz positive Effekte in Form von dessen geringeren Beschädigungen bringt, nämlich der spätere Zustand vom Herzmuskel nach einer OP/nach einem Eingriff ist besser (Kolar F. und Mitverfasser 2006). Gleichzeitig kann der Aufenthalt unter simulierten Höhenbedingungen den Herzarrythmien (den supraventrikulären und ventrikulären Extrasystolen) entgegenwirken, indem die Zellhaut von Kardiomyozythen stabilisiert wird (Meerson FZ. 1987).

 

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Wichtig für den Patienten

LOXYS®  spezialisiert sich auf die Erschaffung von Hochgebirgsatmosphären. Unter den von uns geschaffenen Bedingungen kann die oben erläuterte Herzmuskelhärtung wirksam durchgeführt werden, sodass der Herzinfarkt vermieden werden kann, und im Falle seines Eintritts etwaige Komplikationen wesentlich milder sein werden. Zusätzlich lassen reguläre Sessionen unter der Sauerstoffunterversorgung die Kondition verbessern, den Ruhewert der Pulsfrequenz senken sowie den Blutdruck stabilisieren. Solche Effekte können ohne Sportübungen erzielt werden. Ein passiver Aufenthalt bringt auch solch ein Ergebnis, sodass den Patienten die Lust auf einen aktiven Zeitvertreib zurückkehrt. Positive Folgen einer Therapie unter Sauerstoffunterversorgung wurden sowohl bei Personen mit kardiologischen Erkrankungen als auch bei gesunden Personen nachgewiesen.

 

Wichtig für den Arzt und Wissenschaftler

LOXYS® stellt eine Technologie zur Verfügung, die stabile Bedingungen in Innenräumen gewährleistet. Es wird dadurch die Forschung und die Einführung von innovativen Behandlungsweisen im Falle von verschiedenen Krankheiten und Erkrankungen, und zwar ohne das Risiko von Eintritt von Störfaktoren, ermöglicht. Es werden sämtliche Voraussetzungen erfüllt, welche die Wissenschaft an solche Projekte stellt – maximale Sicherheit für den Patienten, stabile und wiederholbare Bedingungen für die Wissenschaftler.

Untersuchungen unter Einsatz von kontrollierter Sauerstoffunterversorgung bringen seit einigen Jahren in die Welt der Wissenschaft immer mehr Lösungen, die die Sicht auf viele verschiedene Probleme, insbesondere im Bereich von Biomedizin, ändern. Die Sauerstoffunterversorgung erweist sich nicht nur als ein Vorgang, der mit dem Absterben von Geweben assoziiert werden soll. Sie wird zu einem Hilfsmittel sowie zu einem Schlüssel, der neue Forschungsfelder bei Klärung von physiologischen, biochemischen oder genetischen Mechanismen aufschließt.