Nach einem operativen Eingriff

Chirurgische Eingriffe hinterlassen Spuren in Form von Wunden. Es gibt zugleich Krankheitseinheiten, bei denen Wundheilung wesentlich erschwert erfolgt (wie z.B. Diabetes mellitus). Die Behandlung einer postoperativen Stelle bzw. anderer Wunden ist von wesentlicher Bedeutung für den Heilungsprozess, aber nicht dafür,  wie schnell und mit welchem Ergebnis eine Wunde verheilt. Das hängt von vielen Faktoren, wie z.B. richtige Durchblutung und Sauerstoffversorgung von neu zu bildenden Geweben, ab.

Die Wunden zeichnen sich durch eine geringere Sauerstoffversorgung und Durchblutung als andere Hautbereiche aus, dadurch verläuft auch der Heilungsprozess langsamer. Ein natürlicher Reiz, der auf die Stelle einer Wunde, einer Verletzung bzw. einer Ulzeration wirkt und der den Organismus zur Einleitung des Geweberegenerationsprozesses anregt, ist eben die Sauerstoffunterversorgung. Dank einer lokalen Sauerstoffunterversorgung werden entsprechende Wachstumsfaktoren stimuliert, die den Heilungsprozess der Wunde initiieren. Die o.a. Wachstumsfaktoren weisen eine erhöhte Aktivität nur lokal aus, im Wundenbereich, aus diesem Grund ist ihre Einwirkung relativ schwach. Es gibt jedoch die Möglichkeiten, ihre Wirksamkeit zu verstärken, und somit den Heilungsprozess der Wunde unter gleichzeitiger Einhaltung ästhetischer Standards von vernarbtem Gewebe zu beschleunigen.

 

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Solch eine Möglichkeit wird durch das LOXYS® System sichergestellt, indem Höhenbedingungen geschaffen und somit eine feine Sauerstoffunterversorgung von Geweben erzielt wird. Dadurch wird der Organismus zur Aktivierung von adaptiven Mechanismen an Höhenbedingungen stimuliert. Die Adaptation des menschlichen Organismus an die Höhenbedingungen weist viele analogische Eigenschaften zum Wundenheilungsprozess aus. Sowohl global, in ganzem menschlichem Organismus als auch auf der Stelle der Wundentstehung wird eine erhöhte Aktivität des Hypoxie-induzierten Faktors (HIF-1A) verzeichnet. Im Wundenbereich erzielt der Hypoxie-induzierte Faktor sein Maximum in der 6. Wirkungsstunde und dann fängt er an, abzuklingen. Nach ca. 24 Stunden erzielt die Aktivität des Hypoxie-induzierten Faktors im Bereich der wiederherzustellenden Gewebe ihren Ausgangswert. Ab diesem Zeitpunkt verläuft der Heilungsprozess langsamer, indem Myofibroblasten (modifizierte Fibroblasten) Gewebedefekte durch Kollagenproduktion aufzufüllen beginnen. Das auf solch eine Weise gebildete Gewebe ist schwach vaskularisiert, weist eine andere Struktur auf und unterscheidet sich wesentlich von umgebendem Hautgewebe. Ein Aufenthalt eines Menschen unter Höhenbedingungen (kurz, aber intensiv) lässt eine hohe Aktivität des Hypoxie-induzierten Faktors erhalten. Somit wird der Bildungsprozess von neuen Blutgefäßen in Bereichen mit besonderer Sauerstoffunterversorgung, hier im Wundbereich, verstärkt.

 

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Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (eng. VEGF), der für die Bildung neuer Blutgefäße zuständig ist, wirkt zusammen mit dem Hypoxie-induzierten Faktor (HIF) stimulierend auf Synthese vom Stickstoffmonoxid ein. Eine größere Konzentration vom Stickstoffmonoxid im Heilungsbereich ermöglicht die Diastole von Blutgefäßen und zugleich eine Erhöhung der Zellwandpermeabilität. Es entsteht dadurch eine lokale Entzündungsreaktion, die die Gewebe zur größeren Differenzierung mobilisiert (Jorge E. 2001). Die gleichzeitige Konditionierung neuer Fibroblasten unter Hypoxie-Bedingungen lässt analogische Bedingungen wie im Fötalleben schaffen, wenn entsprechende Gewebe gebildet werden. Differenzierte Fibroblasten lassen unter solchen Bedingungen ausgezeichnete Schönheitseffekte erzielen (Kellar RS. 2009). Dieser Effekt ist möglich dank der o.a. feinen Sauerstoffunterversorgung von Geweben, sodass im Bereich der zu bildenden Fibroblasten die Einwirkung von epidermalem Wachstumsfaktor (eng. EGF) wesentlich stärker ist. Dieser Faktor beschleunigt die Wundheilung, verbessert die Hauternährung und –befeuchtung, stimuliert die Teilung der Bildungsschicht der Oberhaut. Seine höhere Konzentration hat die Glättung der Oberhaut und Verflachen von Falten zur Folge.

Der Heilprozess von Wunden mithilfe von stimulierender Einwirkung des Hochgebirgsklimas verläuft schneller. Zugleich ist der Aufenthalt unter Höhenbedingungen für den Menschen eine Form der Rehabilitation sowie ein Faktor mit einer Reihe von anderen positiven Gesundheitseffekten.