Sauerstoffunterversorgung = Verbesserung der Gesundheit?

… Hypoxie (Sauerstoffunterversorgung), selbst wenn sie schwer aber kurzfristig ist, kann positive Wirkungen im menschlichen Organismus auslösen…

Solch eine Behauptung kann für viele zumindest überraschend sein, umso mehr überraschend ist jedoch die Tatsache, dass sog. Hypoxie-Therapie, die durch den Aufenthalt unter den Hochgebirgsklimabedingungen besteht, bereits seit langem angewandt wird. Viele Organismen auf der Erde (darunter die Mehrheit von Menschen) verfügen über verschiedene endogene Schutzmechanismen, deren Aufgabe es ist, die Reaktion auf den Sauerstoffmangel zu unterstützen. Zuständig dafür ist ein Gen, das erst im 21. Jahrhundert entdeckt wurde, nämlich das Gen EPAS1. Die Reaktion des Organismus, die durch die Wirkung dieses Gens hervorgerufen wird, wird als HIF-1 Alpha (eng. HIF – hypoxia inducible factor, d.h. „Hypoxie-induzierter Faktor”) bezeichnet. Dieser Faktor, welcher durch einen zeitlich begrenzten, regelmäßigen Aufenthalt unter stabilen Bedingungen eines Hochgebirgsklimas aktiviert wurde, bleibt noch über mehrere Monate nach der Beendigung solch einer Therapie aktiv.

 

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Es wurden dafür spezielle Behandlungsmethoden ausgearbeitet, bei denen der Patient der Einwirkung von analogischen Bedingungen, wie in einem Hochgebirge ausgesetzt wird. Es sind vielfältige positive Effekte im Ablauf folgender Therapien zu verzeichnen:

  • Therapie von metabolischen Erkrankungen – hauptsächlich von Diabetes mellitus Typ II und von Adipositas,
  • Therapie von Asthma bronchiale,
  • Heilung von postoperativen Wunden,
  • Rehabilitation und andere.

Einer der Effekte der Hochgebirgsklimatherapie ist die Erreichung einer recht effektiven Genesung auf eine nicht invasive und natürliche Weise und in manchen Fällen sogar vollständige Absetzung von Medikamenten bzw. Reduzierung deren Dosis. Warum ist sie also so wenig bekannt?

Bis vor kurzem hing der Genuss vom Hochgebirgsklima mit einer umständlichen und aufwendigen Reise ins Hochgebirge zusammen. In Alpen, Pyrenäen und in Tibet gibt es zahlreiche exklusive Sanatorien für Asthmakranke sowie solche, die Rehabilitationsbehandlung in einer Höhe von über 2.200 m ü.d.M. anbieten. Solch einen Aufenthalt konnten sich aber nur wenige Patienten leisten. Seit den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko wurden zwar viele Systeme zu Schaffung einer künstlichen Hypoxie entwickelt (siehe die Geschichte eines Höhentrainings). Sie sind aber umständlich in ihrer Anwendung, instabil und in deren Erhaltung sehr aufwendig. Erst durch die Entstehung des Lowoxygen Systems, und deren Entwicklung der LOXYS®-Technologie war es möglich stabilen normbarischen Hochgebirgsklimabedingungen in Laboren, Patientenzimmern, Trainingshallen und sogar in viel größeren Räumen, wie z.B. Schwimmhallen zu schaffen. Diese Erfindung eröffnet viele Möglichkeiten vor allem den Wissenschaftlern, deren Forschungen bisher beschränkt waren. Einerseits durch das Risiko aus der negativen Wirkung eines gesenkten Druckes unter natürlichen Gegebenheiten in Bergen, oder anderseits durch hohe Forschungskosten.

 

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Einsatzeffekte

Der Mechanismus, der für den positiven Effekt der Höhentherapie sorgt, wurde auf vielen Ebenen entwickelt, wie z.B.:

  • Regulierung des Atmungsaktes,
  • Zellatmung,
  • Herstellung von reaktiven Sauerstoffformen,
  • Aktivierung des Hypoxie-induzierten Faktors (HIF – hypoxia inducible factor).

Zu Beginn reagiert der menschliche Organismus auf Hypoxie mit einem Anstieg der Atemanzahl sowie Beschleunigung der Herzfrequenz. Besonders während den ersten Aufenthalten unter simulierten Hochgebirgsbedingungen ist das bemerkbar. Solch eine Reaktion wird aber mit der Zeit schwächer werden, was auf die Entwicklung von adaptiven Mechanismen zurückzuführen ist. Es kann aber eine Erhöhung der Empfindlichkeit des Atemzentrums auf geringe Sauerstoffmengen beobachtet werden, was bei der Behandlung von Schlafapnoeproblemen genutzt werden kann. Zugleich verbessert sich im Bereich der mit Sauerstoff unterversorgten Geweben der Sauerstofftransport im Zellwandbereich und zwar eher die Steigerung der Hämoglobinmenge ausgelöst wird, sodass er effektiver zu Energiezwecken des Organismus genutzt werden kann. Die Verbesserung der Zellwandfunktionalität fand in sogenannten Herzkonditionierung, die in Verbindung mit der unten beschriebenen Hypoxiereaktion stehen und den Herzmuskel auf eine ernste Sauerstoffunterversorgung (Herzinfarkt, ein kardiochirurgischer Eingriff) vorzubereiten, sodass die beschädigte Herzmuskelfläche deutlich geringer sein kann.

 

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Bei gesenktem Sauerstoffgehalt in der Luft erhöht sich die Herstellung von sogenannten reaktiven Luftformen (RFT), umgangssprachlich‚ freie Radikale’ genannt (andere Bezeichnung dafür: Oxidationsstress). Obwohl es auf den ersten Blick ungünstig zu sein scheint, so stimuliert eine vermehrte Menge von RFT einen Anstieg der Aktivität antioxidativer Enzyme. Auf solch eine Weise wird bei einem kurzen Aufenthalt unter den Höhenbedingungen die Funktionsweise eines der wichtigsten Schutzmechanismen unseres Organismus, nämlich die Produktion der körpereigenen antioxidativen Enzyme bewirkt. Eine ähnliche Situation kommt bei einer intensiven physischen Anstrengung vor, bei der auch ein Anstieg vom Oxidationsstress zu verzeichnen ist, der dann einen Aktivitätsanstieg antioxidativer Enzyme stimuliert. Eine hohe Aktivität antioxidativer Enzyme sorgt für Langlebigkeit und gute Immunität, was für einen regelmäßig trainierenden Menschen charakteristisch ist. Der beschriebene Mechanismus fand in der Behandlung von Asthma und von allergischer Rhinitis Anwendung, bei derer Entwicklung ein Entzündungszustand von maßgebender Bedeutung ist. Es fallen darunter auch Arteriosklerose, Diabetes mellitus oder Störungen der Herzfrequenz, die oft eine Folge einer systemischen Entzündung sind. Es ist auch bemerkenswert, dass nach einigen Aufenthalten unter Hochgebirgsbedingungen das Enzymsystem des Organismus auf etwaige akute Blut- bzw. Sauerstoffunterversorgung durch die Aktivierung präventiver Mechanismen vorbereitet ist.

 

Wichtig für den Patienten

LOXYS® spezialisiert sich einerseits auf die Schaffung einer stabilen Hochgebirgsatmosphäre, andererseits aber auch auf eine hyperoxische Atmosphäre. Unter den von uns geschaffenen Bedingungen kann die oben erläuterte Herzmuskelhärtung wirksam durchgeführt werden, sodass der Herzinfarkt vermieden werden kann und im Falle seines Eintritts etwaige Komplikationen gemildert werden. Zusätzlich lassen reguläre Aufenthalte unter einem Höhenklima die gesamte Körperkondition deutlich verbessern, den Ruhewert der Pulsfrequenz senken sowie den Blutdruck stabilisieren. Solche Effekte können auch ohne Sportübungen erzielt trainiert werden. Ein passiver Aufenthalt bringt ebenso solch ein Ergebnis, sodass den Patienten die Lust auf einen aktiven Zeitvertreib zurückkehrt. Positive Folgen einer Höhentherapie wurden sowohl bei Personen mit kardiologischen Erkrankungen als auch bei gesunden Personen nachgewiesen.

 

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Wichtig für den Arzt und Wissenschaftler

LOXYS® stellt Ihnen eine Technologie zur Verfügung, die stabile Klimabedingungen in Innenräumen gewährleistet. Dadurch werden die Forschung und die Einführung von innovativen Behandlungsweisen von verschiedenen Krankheiten und Erkrankungen, ohne das Risiko von dem Eintritt von sämtlichen Störfaktoren, ermöglicht. Es werden alle Voraussetzungen erfüllt, welche die Wissenschaft an solche Projekte stellt – maximale Sicherheit für den Patienten, stabile und wiederholbare Bedingungen für die Wissenschaftler. Untersuchungen unter kontrolliertem Höhenklima bringen seit einigen Jahren Licht in die Welt der Wissenschaft und somit werden immer mehr Antworten und Lösungen, die die Sicht auf viele verschiedene Probleme, insbesondere im Bereich von Biomedizin, gefunden. Die Hypoxie erweist sich nicht nur als ein Vorgang, der einem Mediziner erst mal mit dem Absterben von Geweben assoziiert werden soll. Als angewandtes Höhenklima wird sie zu einem wichtigen Hilfsmittel, eher zu einem Schlüssel, der neue Forschungsfelder bei Klärung von physiologischen, biochemischen oder genetischen Mechanismen aufschließt.